Fehlende Toiletten führen schnell zur Verseuchung von Trinkwasservorräten. Zur Verbesserung der Hygiene unterstützt das SYC eine Vielzahl von Dörfern beim Bau von nachhaltigen Latrinen aus lokal vorhandenen Materialien. Schon nach einem Jahr ist die Krankheitsrate gesunken.

In den um Saboba gelegenen Bauernschaften haben nur die allerwenigsten Häuser Toiletten oder Klosetts. Die Bewohner dieser Dörfer erleichtern sich also meistens unter freiem Himmel. Durch diese schlechte Hygiene steigt die Erkrankungsgefahr stark, zumal viele ihr Trinkwasser aus offenen Wasserlöchern in der Umgebung beziehen müssen, denn Wasserpumpen sind rar und haben in der Trockenzeit zu geringe Kapazitäten.

Die in den Bauernschaften lebenden Kindern gehören zu den größten Leidtragenden dieses Problems: Einerseits haben sie ein höheres Risiko, krank zu werden, andererseits schadet es ihnen auch, wenn ihre Eltern krank werden und nicht mehr gut für sie sorgen können. Gerade in einer solchen Situation steigt das Risiko, dass die Kinder nicht mehr zur Schule gehen können, damit sie zuhause aushelfen können.

Das SYC geht dieses Problems mittels des bewährten Ansatzes der CLTS an. Die vom indischen Entwicklungsforscher Kamal Kar entwickelte Community Led Total Sanitation zielt darauf ab, den Dorfbewohnern langfristig und nachhaltig selber die Mittel in die Hand zu geben, um ihr Dorf „open defecation free“ zu halten. Dazu wird die Dorfgemeinschaft erst im Laufe mehrerer Besuche für das Problem sensibilisiert. Dann zeigen die Freiwilligen des SYC den Dorfbewohnern, wie man ausschließlich mit lokal vorhandenen Materialien, die auch sonst zum Bau von dortigen Häusern verwendet werden, Latrinen bauen kann, die eine Familie über mehrere Jahre hinweg benutzen kann.

Zugleich werden einzelne besonders engagierte Dorfbewohner fortgebildet, damit diese fortan bei Problemen helfen können und kontrollieren, dass nach Bedarf neue Latrinen gebaut werden. So wird sichergestellt, dass das Dorf langfristig „open defecation free“ bleibt, auch nachdem sich das SYC nach einigen Monaten aus dem Dorf zurückzieht.

Das CLTS-Projekt hat auch in Saboba schon Erfolge erzielt. Das SYC hat in den Jahren 2017 und 2018 in insgesamt fünfzehn Dörfern den Status „open defecation free“ erreicht, in weiteren neun ist das SYC derzeit aktiv. Von verschiedenen Seiten haben wir gehört, dass Erkrankungen in den Dörfern seit dem Bau der Latrinen spürbar zurückgegangen seien. Uns hat insbesondere der nachhaltige Erfolg dieses Projekts beeindruckt, denn in Dörfern, in denen das SYC schon lange nicht mehr den Fortschritt des Projektes kontrolliert, wird weiterhin genau auf den Bau neuer Latrinen geachtet. Das Interesse am CLTS-Projekt in den Communities ist groß: Mehrere Dörfer sind von allein auf den SYC zugegangen und haben darum gebeten, dass die Freiwilligen auch zu ihnen kommen.

Das SYC steht jedoch vor dem Problem, dass es schwierig für sie ist, diese Dörfer zu erreichen. Sie liegen bis zu 30 km von Saboba entfernt, die Straßen sind schlecht und Benzin ist in Ghana kaum günstiger als in Deutschland – obwohl die Einkünfte viel geringer sind. Zwar hätten die Freiwilligen die Zeit und die Motivation, den Weg auf sich zu nehmen, doch sie können sich die Benzinkosten nicht leisten und müssen sich oft auch ein Motorrad mieten.

Wir unterstützen den SYC bei diesem Projekt, indem wir die Transportkosten für die Freiwilligen übernehmen. Außerdem haben wir das langfristige Ziel, dem SYC ein Motorrad zu kaufen.

Weitere Eindrücke vom CLTS-Projekt findet Ihr unter anderem im Reisebericht 2019 oder im Weihnachtsnewsletter 2019.

Biyoom e.V.

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