Biyoom e.V. gibt es seit Januar 2019, doch unsere Zusammenarbeit mit dem Saboba Youth Centre begann schon 2017. In jenem September waren wir das erste Mal in Saboba.

Liebe Freunde,

die Zusammenarbeit unseres Vereins Biyoom e.V. mit dem Saboba Youth Centre ging hervor aus meiner Freundschaft mit Amadu, einem der Gründungsmitglieder des SYC. Ein wichtiger Schritt in der Kooperation war dabei die erste Reise nach Saboba, die ich im Herbst 2017 mit Simon, der jetzt ebenfalls im Verein aktiv ist, unternahm. Seitdem hat sich viel getan und der Kontakt nach Saboba ist intensiver, enger und routinierter geworden. Doch die unvoreingenommenen Eindrücke, die Simon und ich auf dieser Reise sammeln konnten, geben dennoch einen guten Einblick in Ghana und insbesondere Saboba. Deshalb möchte ich hier einige besonders spannende Stellen aus unserem damaligen Reisebericht zitieren.

Viel Spaß bei der Lektüre!

Euer Lauritz

Eindrücke aus Ghana

Anders als bei unserer zweiten Reise im Frühjahr 2019 hatten wir 2017 auch Zeit, um den Rest von Ghana zu bereisen und waren nicht nur in Saboba. Ich kann mich noch gut an meine ersten Eindrücke erinnern, die ich in den ersten Tagen in der Hauptstadt Accra aufsog und später für den Reisebericht zu Papier brachte:

„Wir landeten in Accra und waren die ersten Tage hoffnungslos überfordert. Schließlich war es für uns beide das erste Mal in Subsahara-Afrika, und auch wenn Accra im Vergleich zu anderen afrikanischen Metropolen mit vier Millionen Einwohnern eher klein und überschaubar ist, reichte es dennoch aus, um uns Afrika-Neulinge einzuschüchtern. Erstaunlich war jedoch wie schnell sich das änderte, vor allem dank der großen Freundlichkeit der Ghanaer, auf deren Hilfsbereitschaft man immer zählen konnte. Wie häufig wurden wir von Passanten mit einem frohen Lachen und „Welcome to Ghana!“ oder in Twi, der größten Stammessprache des Landes, mit „Akwaaba!“ gegrüßt! Auch wenn wir jetzt keineswegs ausgelernt sind – Lebensweise, Mentalität und Umgangsformen sind doch sehr anders und vor allem vielfältig – so fühlen wir uns mittlerweile sehr wohl in diesem Land.“

Ghana ist touristisch kaum erschlossen. Dadurch wurde das Reisen dort einerseits sehr spannend, andererseits aber oft auch anstrengend, denn man konnte nicht auf die übliche Infrastruktur zurückfallen, die einem das Leben als Tourist leicht macht. Klassische Sehenswürdigkeiten, die man abklappern kann, findet man weniger. Man wendet sich stattdessen mehr den Menschen zu. Dabei entdeckt man die wunderbare Vielfalt Ghanas.

„Vom Saboba Youth Center wurden wir unglaublich gastfreundlich empfangen. Untergebracht waren wir im Haus von Amadus Familie – sein Vater ist Sabobas Imam und somit eine Autorität im Ort. Uns gegenüber war der alte Mann sehr freundlich, er beeindruckte mich, wie so viele Ghanaer, durch seine Menschlichkeit, Gastfreundschaft und Offenheit. Er fragte uns über das Leben und die Religion in Deutschland und betonte, dass Muslime und Christen im Grunde denselben Glauben hätten. Diese Ansicht trifft die ghanaische Sicht auf Religion gut, denn in diesem Land, in dem sich 96% der Einwohner als gläubig bezeichnen (der höchste Prozentsatz weltweit), leben Muslime und Christen verschiedenster Konfessionen selbstverständlich gemischt, wobei auch viele traditionelle Religionen gepflegt werden. Religiöse Toleranz scheint selbstverständlich zu sein. In Saboba leben, wie in Ghana überhaupt, mehr Christen als Muslime, doch ob man fünfmal am Tag in die Moschee oder am Sonntag in die Kirche geht, ist nicht entscheidend. Auch im SYC sind Muslime und Christen bunt gemischt.“

Das SYC war ja schon viele Jahre aktiv, bevor unser Kontakt entstanden ist. Einige Projekte, die Biyoom jetzt mit Euren Spenden unterstützt, liefen auch damals schon, wie zum Beispiel die Sparergruppen. Genaueres zu dem Projekt selber lest Ihr am besten auf der Projektseite. Auch damals waren wir beeindruckt:

„Für uns hatten sich alle Gruppen gemeinsam getroffen und haben von ihren Erfahrungen bisher erzählt, die alle sehr positiv waren. Einige von den Sparern hatten sich sogar zusammengetan, um uns als Dank zu beschenken. Zugegeben waren wir zuerst mit drei Hühnern und Eimern mit Yams, Pfeffer und Hirse etwas überfordert, doch es hat uns sehr gerührt. Die Mahlzeiten danach, in denen die Gaben verkocht wurden, waren etwas ganz Besonderes.“

Wir bekamen die ganze Bandbreite der Aktivitäten des SYC zu sehen, wie ein Fußballspiel oder ein Gespräch mit einer Jugendgruppe, die sich für eine bessere Müllentsorgung engagiert:

„Junge Leute aus der Gegend konnten wir aber auch zu anderen Gelegenheiten treffen, wie eine Jugendgruppe, die sich vom SYC hatte inspirieren lassen und jetzt selber Aufräumaktionen und Gruppenaktivitäten organisiert, wobei einige Leute vom Jugendzentrum ihnen helfen. Ein anderes Mal wurde ein Fußballspiel zwischen Jugendlichen aus Saboba und einem nahegelegenen Dorf organisiert. Für uns war es absolut unvorstellbar, bei der Hitze auch noch Fußball zu spielen, aber alle haben vollen Einsatz gebracht.“

Wie oben erwähnt war diese erste Reise für uns besonders wichtig. Deshalb war ich auch froh, ein sehr positives Fazit ziehen zu können:

„Meines Erachtens war die Reise nach Ghana ein großer Erfolg. Erst jetzt verstehen wir wirklich, was das SYC macht und wie er arbeitet und können uns dementsprechend jetzt viel besser darauf einstellen. Der persönliche Kontakt wurde natürlich auch stark verbessert. Jetzt können wir klar in die Zukunft planen – erstmal steht die Vereinsgründung an, und dann werden wir versuchen, langsam neue Projekte zu implementieren. Es war auch toll, zu sehen, wie viel Eure Spenden bereits bewirkt haben. Es ist doch immer etwas schwierig, die Probleme und Lösungsansätze zu verstehen, wenn man noch nicht dort war. Ich glaube fest, dass die Unterstützung von lokalen Organisationen wie des SYC der richtige Ansatz ist, um zu einer positiven Veränderung in den Entwicklungsländern beizutragen, und bis jetzt wurde dies vollständig bestätigt.“

Aber diese Reise war ja nur der Anfang! Anderthalb Jahre später waren wir wieder in Saboba, diesmal mit einem frisch gegründeten Verein namens Biyoom e.V. im Gepäck. Mehr Informationen über uns findet Ihr auf dieser Website. Falls wir Euch überzeugen konnten und Ihr die Projekte des SYC unterstützenswert findet, würden wir uns über eine Spende oder Fördermitgliedschaft sehr freuen!

Biyoom e.V.

Biyoom e.V.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen